Das TriQuadPenta-Konzept
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Konkrete Abstraktion
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[1] – Definition der Formen
Das Manifest des TriQuadPenta-Konzepts basiert auf drei grundlegenden Formen: dem Dreieck, dem Viereck und dem Fünfeck. Diese werden ausschließlich durch ihre Anzahl an Ecken definiert – drei, vier oder fünf – können jedoch jede denkbare Variation in Form, Proportion und Anordnung annehmen.
Ein Dreieck muss nicht gleichseitig sein; es kann schief, flach oder spitz erscheinen. Ein Viereck kann als Quadrat, Trapez oder Parallelogramm auftreten – entscheidend ist, dass es durch vier Ecken definiert bleibt. Ein Fünfeck kann regelmäßig oder völlig asymmetrisch sein. Wichtig ist, dass die Struktur stets der festen Anzahl von Punkten folgt.
[2] – Die Autonomie der Form
Konkrete Abstraktion liegt in der ständigen Spannung zwischen der festen, numerischen Definition der Form (dem Konkreten) und ihrer grenzenlosen, nicht-figurativen Entfaltung (dem Abstrakten).
Die Bedeutung der Abstraktion liegt ausschließlich in ihren Formen, Farben und Kompositionen. Sie muss als autonomes Ganzes bestehen, in dem die Logik und Ästhetik des Werks aus den Beziehungen zwischen Form und Raum hervorgehen. Das Werk kommuniziert ausschließlich durch seine eigene visuelle Logik, frei von narrativer oder symbolischer Bedeutung.
[3] – Die Strukturelle Rolle der Farbe
Farbe im TriQuadPenta ist ein struktureller Faktor, kein Ausdruck.
Das System operiert aus der Neutralität der Form heraus und verwendet in erster Linie Schwarz/Weiß und/oder die Eigenfarbe des Materials. Farbe wird nur eingeführt, wenn sie für die Logik der Abstraktion erforderlich ist. Ihre Rolle besteht stets darin, die Dynamik der Formen und das Gleichgewicht des Systems zu unterstützen – niemals als Dekoration oder Symbol zu fungieren.
[4] – Negativraum als Gegenfigur
Der Negativraum ist ebenso wesentlich wie die gefüllten Linien. Die leeren Flächen und Zwischenräume müssen als aktive Bestandteile der Komposition erkannt werden; sie tragen zum Gleichgewicht und zur Dynamik des Werks bei. Ein Werk kann sogar vom Negativraum dominiert werden, in dem Dreieck, Quadrat und Fünfeck nur als ausgesparte Abwesenheiten existieren. Der Negativraum ist nicht bloß ein Zwischenraum, sondern eine Gegenfigur – ein geometrisches Feld an sich, das nicht zwischen, sondern durch die Formen entsteht.
[5] – Konzeptuelle Inversion
Im TriQuadPenta kann negativer Raum aktiv durch Überlagerung erzeugt werden. Wenn eine Form bewusst verwendet wird, um Abwesenheit statt Präsenz herauszuschneiden, wird ihre Rolle invertiert. Sie fungiert dann als Generator für negativen Raum und erzeugt eine konzeptuelle Spannung, in der Präsenz durch ihre eigene Abwesenheit definiert wird.
[6] – Schichten und unsichtbare Verbindungen
Die geometrischen Formen können in Schichten existieren – teilweise sichtbar, angedeutet oder vollständig verborgen. Ihre Präsenz lässt sich nur erahnen, wenn bestimmte Kanten oder Punkte hervortreten und eine zugrunde liegende Struktur andeuten. Die Schichten verleihen der Abstraktion Tiefe und Komplexität und laden den Betrachter ein, die verborgenen Verbindungen zwischen den Formen zu erforschen.
[7] – Wahrnehmungs-Ganzheiten
Die Komposition kann Formen aktivieren, die nicht direkt sichtbar sind, jedoch durch Anordnung, Überlappung oder Fragmentierung als vollständig wahrgenommen werden. Wenn eine Form eine andere teilweise überdeckt oder mehrere Formen gemeinsam eine verdeckte Struktur andeuten, entstehen Wahrnehmungs-Ganzheiten – etwa ein Quadrat, das nicht gezeichnet ist, sondern aus dem umgebenden Raum hervorgeht. Diese unsichtbaren Figuren wirken gleichberechtigt neben den expliziten und tragen zur Spannung zwischen dem Sichtbaren und dem Erspürten bei.
[8] – Unabhängigkeit vom Medium
Das Konzept ist an keine bestimmte Technik oder kein bestimmtes Material gebunden. Die Abstraktion kann durch Malerei, Skulptur, digitale Kunst, Installation oder andere Medien realisiert werden. Wesentlich ist, dass das Werk seinen Fokus auf die geometrischen Formen, ihre Beziehungen und die Logik der Abstraktion beibehält – unabhängig vom Medium.
[9] – Freiheit der Methode
Das TriQuadPenta-Konzept schreibt nicht vor, wie ein Werk entstehen soll, sondern woraus es bestehen muss. Der Künstler wählt seine eigene Methode und seinen Prozess – durch Skizzen, strenge Planung, experimentelle Anordnung oder intuitive Konstruktion –, solange das endgültige Werk klar den Grundprinzipien von TriQuadPenta folgt.
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